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Freitag, 6. April 2012

Wolfsblut

Um diesen Beitrag so posten zu können wie er ist, musste ich heute (mal wieder) die Hilfe meines technischen Meisters Adrian in anspruch nehmen.
Würde der Gute mir all seine Dienstleistungen rund um mein Notebook in Rechnung stellen, würden sicher noch meine Kinder daran zahlen.
Freundlicherweise tut er es nicht und somit konnte er mir gerade die höchstgradig kniffelige Aufgabe -via Fernsendung über Skype- (übrigens die beste Erfindung aller Zeiten für die, die fernab ihrer Lieben und Angehörigen leben!) bewältigen, ein Video um 180° Grad zu drehen...

Ja richtig gelesen! Die vermeintlich simple Arbeit, ein schlampiges Video, dass von mir mit der Handycamera aufgezeichnet worden ist, schlicht und ergreifend einmal umzudrehen.
Nach eineinhalb-stündigen Gewurschtel haben meine Nerven nicht mehr mitgespielt und ich habe den Ad-Man zur Hilfe gerufen.
Und selbst er, das Computergenie hat nun nochmal gut eine halbe Stunde daran rumgespielt, ehe es einwandfrei lief...

Aber gut, jetzt ist es ja geschafft, wofür ich mich auch nochmal ganz, ganz herrzlich bei dir bedanken möchte Adrian! Ohne dich wäre ich teilweise echt total aufgeschmissen!
Adi sei Dank, kann ich nun aber den eigentlichen Beitrag posten.

Der geht selbstverständlich mal wieder um den Sinn meines Lebens.
Und was ist der Sinn meines Lebens?! -Na klar, ihr habts erraten. Es ist King Kông!
Nein Spass, aber heute Früh habe ich es endlich mal geschafft, dass Handy noch rechtzeitig zu krallen, die Camera anzuschmeissen und draufzuhalten, als mein kleiner Mann sich wieder in einen seiner urischen Vorfahren verwandelt hat.

Ich habe keine Ahnung warum, wieso und weshalb, oder besser gesagt, was King Kông da raushört, aber jedesmal wenn dieser Typ mit seinem Fahrrad bei uns durch die Gasse fährt, dass mit einer krächzigen Tonbandaufnahme lautstark Werbung für seine angebotenen Dienste zur Reparatur von kaputten Elektrogeräten macht, dann flippt Bubu total aus.

Aus dem tiefsten Schlaf schreckt er auf, sobald er das Geratter des alten Kassettenrekorders hört, flitzt zur Türe, dreht sich nach mir um, um sich zu vergewissern, dass ich auch voll mit bei der Sache bin (was er immer tut) und dann gehts los:
Den Kopf tief in den Nacken geschmissen, den Rachen weeeeiiit, weeeeiiit aufgerissen, beginnt er sein Wolfsgeheul! Er ist doch aber ein Chihuahua... :)



Von einem Wolf hat King Kông mit seinen knappen 1,2 Kilo "Kampfgewicht" und seinen schätzungsweise max. 25-30 cm Standgrösse (von der Ohrenspitze bis zur Fusssohle), seinem kopierten Schwänzchen, dem kurzen Fell und seiner sonstigen Überempfindlichkeit gegen Alles (Kälte, Wärme, Alleinsein, Futterqualität, Pflege- u. Aufmerksamkeitsbedürftigkeit) mal ungefähr, so in etwa überhaupt rein gar nichts.

Er ist so weit von einem Wolf entfernt, wie eine Katze von einer Schildkröte würde ich sagen. :)
(Ist nicht so gemeint mein kleiner Schatz) ;)

Das ich mich da gewaltig getäuscht habe, kann man auf dem Videoclip von heute Morgen ja bestens erkennen.
Ich sag nur "Back to the roots". Scheint doch einiges an dem Wolfsblut seiner Ur-ur-ur-ur-ur-ur....Ahnen durch seine winzigen Adern zu fliessen.

Gut nur das King Kông keine Fledermaus ist. Wir wollen ja nicht wissen, als was er sich dann plötzlich wiedererkennen würde, sobald er irgendwas komisches hört...  :D

Montag, 19. März 2012

Das Blubber-Wabber-Wetter

Derzeit ist bei uns wieder Blubber-Wabber-Wetter angesagt.
Was das ist?

Schwer zu beschreiben, wenn man es nicht kennt.
Nass auf jeden Fall...sehr nass sogar und das ganz ohne Regen!
Regnen tut es zwar trotzdem schon seit Monaten jeden Tag, aber das Blubber-Wabber-Wetter hat damit nichts zu tun. Das gibt es zustäzlich. Eine Gratiszugabe an Scheiss-ekel-Wetter sozusagen.. :)

Bei diesem Wetter ist alles klamm. Teilweise klatschnass.
Kleidung, Möbel, Wände, Decken, Böden....einfach alles ist pitsche-patsche nass.
Der vietnamesischen Name dieses Wunderwerks der Natur ist: Nồm.
Ich weiss ehrlich gesagt gar nicht, ob es dafür auch eine deutsche Bezeichnung gibt, aber sollte es sie geben, bedeutet das sicherlich so viel wie "Mistwetter" oder "Drecksnässe" ;)

Die Feuchtigkeit ist dermaßen unangenehm und wenn man nicht aufpasst und nen Tick zu schnell dran ist, dann legt es einen auf den Rutschbahnen, die sich durchs ganze Haus ziehen auch mal schnell auf den Boden.
Tische, Spiegel und Fensterscheiben sind bis zur völligen undurchsichtigkeit beschlagen und die Wäsche, die zum trocknen hängt, wird trotz Trockenzeit von mehreren Tagen dann im selben nass-Zustand in den Schrank geräumt, in dem sie auch aus der Waschmaschine kam.

Wer Mittags seinen Reis nicht brav aufgegessen hat und das Abends vielleicht noch nachholen möchte, wird sich unter Umständen mit einer leckeren (oder eher weniger leckeren) Chảo (Reisschleimsuppe) begnügen müssen.
Die Leckerlies, die hier eigentlich immer überall für King Kông verstreut liegen, sind bei diesem Wetter spätestens nach 2 bis 3 Tagen völlig verschimmelt, oder zerfliessen irgendwo auf der Couch oder dem Bett.

Selbst verpackte Lebensmittel wie Tees, Müsli oder dergleichen schimmelt mit rasender Geschwindigkeit vor sich hin..

Kurzum: Ich haaaaassssssee es!!! :)
Ich hasse es wirklich so richtig! Bei dem Scheisswetter muss man sogar darauf achten, dass der Wischer staubtrocken ist, mit dem man das Haus wischt, damit er genügend Feuchtigkeit aufnehmen kann, dass man wengistens den Dreck nicht nur weiter verschmiert, sondern wenigstens für die nächsten 5 Minuten wegkriegt.

Ein kleiner Trost ist, dass dieser "Zustand" meist nicht länger als etwa 2 Tage am Stück geht und nur wenige Male im Jahr eintritt.
Aber weil die ganze Zeit schon alles anders ist, als es das für gewöhnlich wäre, haben wir dieses stinkige Blubber-Wabber-Wetter nun auch bereits seit knappen vierzehn Tagen.
Gott sei Dank wollen wir ja bald Urlaub in Deutschland machen.
Auf den freue ich mich übrigens schon wie das Schnitzel auf Weihnachten. Der letzte liegt nämlich bald ganze 3 Jahre zurück...

Hoffentlich vertrage ich diesmal die Heimische Küche besser als beim unserem letzten Schlandbesuch.
Vorgenommen habe ich es mir jedenfalls.
Ob mein Magen das auch so sieht?! :)

Montag, 12. März 2012

Die Ausländer kommen!

Unsere Gasse ist nicht sonderlich gross. Die Breite beträgt vielleicht gerade mal eineinhalb Meter oder so und umfasst in etwa 11 Häuser. -Darunter natürlich unser eigenes.

Bislang haben hier -abgesehen von mir- ausschliesslich Vietnamesen gelebt.
In 2 der Häusern ist ständig ein reges "kommen und gehen".
Kaum ist dort eine neue Familie eingezogen, zieht sie auch schon wieder aus und macht platz für neue Gesichter.
So haben wir in den letzten 2 Jahren sicherlich an die 12-13 neuen Nachbarn gekriegt.

Gestern war ich dann nicht schlecht erstaunt, als auf einmal chinesisches Gebrabbel zu hören war.
Neugierig wie ich bin, hab ich mich gleich mit King Kong auf dem Arm zur Haustüre aufgemacht um zu kucken, was da vor sich geht.

Gesehen habe ich einen strammen Chinesen mit scheinbar vietnamesischer Übersetzerin, die ihm gerade die Immobilie schräg gegenüber gezeigt hat.
Mehr konnte ich bislang zwar nicht in Erfahrung bringen, aber ich denke der Chinese von gestern hat bei einem Mietpreis von 3. Millionen Dong im Monat für ein 2 1/2 stöckiges Einfamilienhaus mit kleinem Vorgarten zugeschlagen, denn heute war schon früh morgens ziemlich viel "Renovierungslärm" zu vernehmen.

Das finde ich ganz klasse - wäre ich somit doch immerhin nicht mehr die einzige Ausländerin in der Gasse.
Ich spreche zwar kein Wort Chinesisch, aber meine Nachbarn ja auch nicht :)