Freitag, 9. März 2012

Ngày quốc tế phụ nữ - Der Weltfrauentag

Heute war mal wieder einer dieser gefühlten 50 Feiertage wie Valtentinstag, Kinderneujahr, Weltfrauentag, Tag der Lehrerin, Weihnachten usw, usw...

Diese Tage werden in Vietnam nicht mit minderen Enthusiasmus zelebriert, als bei den Amerikanern das Halloweenfest.

Zu solchen "Feierlichkeiten" legen die Vietnamesen auch wieder ihren ganzen Geschäftssinn- und Fleiss an den Tag und alle 10 Meter wird ein Blumenstand aus dem Bodengestampft.

Einzig der Einfallsreichtum lässt hier etwas zu wünschen übrig und die Spruchbänder und Glückwunschkärtchen, die auf Pralinenschachteln oder in Blumensträusse gesteckt werden sehen eigentlich genauso aus, wie die zum vorherigen Anlass, einzig dass beispielsweise die Lehrerin oder der Schatz, heute durch eine gewöhnliche Frau ersetzt wurden. :)

Zu der Zeit, als ich hier noch im Büro, zusammen mit Vietnamesen gearbeitet habe, haben wir weiblichen Angestellten von unseren männlichen Kollegen jeweils eine rote Rose erhalten.
Das fand ich eigentlich ganz schön, auch wenn ich ansonsten solche Tage für ziemlich unsinnig halte.

Ich meine Mittags kommt der liebe Ehemann eilig aus seiner Arbeit nach Hause geeilt um einem in der Mittagspause einen völlig überteuerten und ausladenden Strauss Blattwerk in die Hand zu drücken oder einem ein paar nett verpackte Dickmacher zu überreichen und ein kleines: "Fröhlichen Weltfrauentag" hervorzubringen und am späten Nachmittag steht man dann bereits -natürlich trotz dem "fröhlichen Weltfrauentag"- wieder in Küche und kümmert sich um das Essen, den Abwasch, die Wäsche und die Schularbeiten der lieben Kleinen... :)

Vielleicht geht einem das ja aber am "08/03" -wie er hier auch kurz genannt wird- leichter von der Hand... :)

Donnerstag, 8. März 2012

Von Elefantenbabys und Elfen

Gestern Abend, habe ich mich seit geraumer Zeit wieder einmal in die Unterwäscheabteilung in unserem Big-C Einkaufszentrum in Hải Phòng gewagt.
Für gewöhnlich lasse ich derartig deprimierende Ausflüge lieber sein, aber weil ich ziemlich an Gewicht verloren habe, wollte ich einen weiteren Versuch wagen und sehen, ob ich eventuell doch etwas passendes für mich finde.

Die europäischen Standards S, M, L, XL..ect werden zwar auch hier eifrig angewandt, haben aber im Grunde genommen nichts mit ihren westlichen Vorbildern gemein.
Zumindest bei Unterwäsche würde die Grösse S, was in Asien untertriebenerweise für "small" steht, einem besseren Hamsterunterhöschen gleichkommen.
M, nähert sich dann langsam und vorsichtig in etwa Kleinkinderwäsche an, L (was eigentlich ja schon "large" bedeutet) könnte in Deutschland, Frankreich oder der Schweiz vermutlich jedes magersüchtige Model auftragen und bei XL -dem "extra large"-, welches unserem Verstehen nach bereits für sehr füllige Menschen gemacht ist nähert man sich in Vietnam hingegen erst den Körperfüllungen- und Umfängen eines "normalen" Frauenhinterns an.

Ich bin nun derzeit wirklich nicht dick (rund 48 Kilo auf eine Körpergrösse von 1,67) und mache deshalb immer wieder den Fehler, hartnäckig nach Kleidungsstücken mit "S" Aufdruck zu greifen, wo ich jedes Mal betrübt feststellen muss, dass ich das Ding schätzungsweise nicht einmal über die Knöchel bringen würde, weil sicherlich nicht mehr Stoff dafür verarbeitet wurde, als Papier für ein Taschentuch verwendet wird.
Unbeirrt greife ich dann wenigstens nach dem "M" und rede mir dabei ein, dass das noch nichts heisst und nicht weiter schlimm ist. Manchmal sind die Dinger ja auch wirklich blöd geschnitten und dann kann es mir auch "drüben" mitunter passieren, dass ich diese Grösse kaufe.
Aber alles drehen, langziehen und wenden hilft nichts und ich weiss, dass diese gewöhnliche Unterhose an meinem Hintern nicht mehr verpacken würde, als ein String.
Also enttäuscht weiter zum "large", wo ich mich zunächst beschämt umsehe und mich vergewissere, dass keine der anderen Damen in der Abteilung beobachtet, nach was ich da gerade greife.
Ist die Bahn frei, wandert das -sicherlich nach wie vor- viel zu winzige Wäschestück ohne weitere Prüfung für gewöhnlich in meinen Einkaufswagen.
Das wird später an der Kasse schon peinlich genug.
Selbst eine Frau mit Traummaßen von 90-60-90 muss sich auf diese Weise vorkommen, wie ein Elefantenbaby, dass vieeel zu gross geraten, in einem Kreis von kleinen, zarten Elfen tanzt.

Bei den BH`s sieht es auch nicht sonderlich besser aus.
Wer Brüste hat, die etwas über die Umfänge einer elf- oder zwölfjährigen hinausgehen und für den somit ein A-Cup beim besten Willen keine Option ist, der muss sich mit den Sonderposten begnügen.
Das ist in etwa vergleichbar mit der Ecke in Deutschland, in der ein paar hässliche aber reduzierte Teile in übergrösse wie XL hängen, weil diese aufgrund ihrer ungewöhnlichen Grösse nicht an den Mann, -besser die Frau- gebracht werden konnten.
Die gängigen "Objekte" sind für den deutschen Frauengeschmack sowieso ein wenig zu arg gepusht.
Hier bekommt das Wort "Push up" eine völlig neue Definition.
Da kommt bei mir der Verdacht auf, dass die Dinger eine "2 in 1" (eine Zwei in Einem)-Funktion haben.
Tagsüber werden sie als Brustprothese getragen und Abends kann man sie dann abnehmen um darauf zu schlafen.
Das ist eigentlich doch ganz praktisch weil man so, wenn man über Nacht mal wonaderst schläft, sein Gästekissen immer gleich dabei hat..